Lockerung der Pflegehaftbedingungen

Bild: Norbert Steiche/ BR-Mainfranken, wenigstens bleibt beiden bei dieser Begegnung der MNS erspart.

Wenige Tage nachdem wir mit diesem Corona-Brandbrief   die sofortige Aufhebung der Besuchsverbote in Pflegeheimen gefordert hatten,  kam aus einigen Bundesländern die Meldung, dass die Besuchsverbote aufgehoben werden.  Zu meiner Überraschung hat Rheinland-Pfalz  den Anfang gemacht. Seit dem 7. Mai dürfen  Heimbewohner dort wieder besucht werden. Diese Ankündigung in der Presse, sorgte zunächst für eine von den Heimen kaum zu bewältigende Nachfrage.   Denn es ist ja keineswegs so, dass nun alle Angehörigen, wie vor Corona, einfach so ins Zimmer der Mutter, des Vaters etc. können oder  mit diesem durch den Park spazieren  dürfen.  Vielmehr sind die Besuchslockerungen an Hygieneauflagen gebunden. Auflagen, die den Besuchsregelungen in Hochsicherheitsgefängnissen gleichen.

Wie Angehörige das langersehnte Wiedersehen erlebten:

Habe gestern meinen Mann erstmalig „besucht“. Situation: Er sitzt im Cafe unten im Büsingstift mit Pfleger und Babyphon. Ich sitze 2 m entfernt hinter der Glastür zum Cafe. Die Tür ist geschlossen. Ca. 15 Minuten haben wir so gesessen. 1 x pro Woche ist das erlaubt.

Gestern einen Termin bei meinem Mann im Heim ergattert .. es war wie ein Besuch bei einem Häftling . Ich verstehe ja das es die Vorgaben gibt , aber mit einem Treffen zwischen Eheleuten hatte das nichts zu tun. Eine meiner Töchter war mit und auch geschockt. Kein gemeinsamer Gang in den Raum .. er saß schon dort .. ein Tisch nebendran mit schwerhörigen Damen .. es war extrem laut .. und jemand von der Station saß quasi mit bei uns am Tisch .. ein privates ,liebevolles Wort ging einfach nicht. Die Verabschiedung gab es nicht … nach 25 Minuten war jemand von der Station gerade unten und es war praktisch ihn mit zu nehmen .. Danach standen wir sprachlos draußen .. Mittwoch habe ich den nächsten Termin ergattert …

Meine Geschwister haben am Sonntag meine Ma besucht.Die Bibliothek wurde zum Besucherkasten umgestaltet. Meine Ma wurde vor die Trennscheibe geschoben, meine Schwestern saßen mit Schutzmasken und noch einer Scheibe davor. Mein Bruder durfte von draußen( Strasse) meiner Ma am Fenster zuwinken. Nach 15 Min. holte man meine Mutter wieder ab. Ich zog es unter diesen Bedingungen vor, eine halbe Stunde mit ihr zu telefonieren.

Bei uns ist es auch schlimm! Mama darf seit über 8 Wochen nicht zu meinem Papa! Sie hat ihn 15 Jahre selbst gepflegt, dann ging es zu Hause nicht mehr! Sie hat ihn dann jeden Tag im Heim besucht – bis Corona! Dort sind positive Fälle! Mein Papa ist (noch) negativ!
Es ist grausam! Keiner weiß, wie lange das noch geht, geschweige, wie lange man „sowas“ noch aushalten kann.

Das Land Niedersachsen schiebt die Verantwortung  an die Einrichtungen ab, indem es den Heimen freistellt Besuche zu erlauben, sofern das jeweilige Heim ein Hygienekonzept vorlegen kann, welches vom Gesundheitsamt genehmigt wurde.  Ein Widersinn in sich. Auf der einen Seite werden Heime unter Strafandrohung zu bestimmten Schutzmaßnahmen verpflichtet, weil man ihnen nicht zutraut (vertraut) den Infektionsschutz zu gewährleisten, auf der anderen wird erwartet, dass diese ein Konzept erarbeiten, um die immer noch für nötig gehalten Schutzmaßnahmen umgehen zu dürfen.  Ein betroffener Angehöriger  gibt den zuständigen Stellen folgende  Rückmeldung:

Für einen Blick durch eine Glasscheibe oder Plastikfolie bedarf es genau so wenig einer Verordnung wie für eine Videokonferenz oder ein Telefongespräch; deren Zulässigkeit stand nie in Frage.
Bei Kontakten einer nahen Angehörigen mit einer BewohnerIn geht es doch darum, der BewohnerIn auch mal die Hände zu halten oder zu streicheln oder sie zu umarmen. Insbesondere bei demenziell veränderten Menschen wie meiner Mutter, bei denen die verbale Kommunikation zunehmend eingeschränkt ist, sind solche körperlichen Berührungen besonders wichtig, um die Anteilnahme spüren zu lassen, psychisch und physisch möglichst gesund zu bleiben und insgesamt die Lebensqualität zu erhöhen.

Lesen Sie hier die Stellungnahme des Angehörigen in voller Länge. Besuchsregelung NS-E-Mail E.K

Unser Mitglied Martin Kusch, Rechtsbetreuer beim AG Oldenburg, darf seit einer Woche seine, in verschiedenen Pflegeheimen lebenden,  Betreuten besuchen. Seine Eindrücke hat er in dieser E-Mail mitgeteilt:  M.Kusch-Besuche von Betreuten nach Erlaubnis in Niedersachsen

Gefängnisinsassen haben mehr Rechte und mehr Freiheiten

Zweimal am Tag erhalten Häftlinge Freigang an der frischen Luft.   Pflegeheimbewohner, die nicht alleine den geschützen Außenbereich des Heimes aufsuchen können, kommen seit Wochen selten bis gar nicht vor die Tür.  Denn das Personal hat dafür keine Zeit und Angehörige werden als  allesamt als potentielle Corona-Infizierte eingestuft, weshalb diese den Rollstuhl der Mutter, des Ehemannes etc. nicht schieben dürfen.  Ein Arzt, dessen Mutter in einem Heim in Berlin lebt,  fragte mich, ob es eine Vorschrift zum Anbringen einer Plexiglasscheibe am Rollstuhl gebe. Er wisse außerdem nicht, wo man so was beschaffen kann.  Ohne diese Schutzvorkehrung werde ihm nicht erlaubt, seine  Mutter im Rollstuhl durch den Park zu schieben.
Obwohl kein einziger Fall deutschlandweit bekannt ist,  indem Angehörige Pflegeheimbewohner infiziert haben, werden diese behandelt wie die Gefahrenquelle schlechthin.  Obwohl die Infektionsrate inzwischen so gering ist (von rd. 82 Mill. Bundesbürgern gab es am 20.05.2020 nur noch 13-tausend als infiziert gemeldete), dass es unwahrscheinlich ist, überhaupt einem Menschen zu begegnen der aktuell infiziert ist, sieht sich das Personal verpflichtet darauf zu achten, dass bloß keine Berührung  stattfindet.  Sollte das nämlich der Fall sein,  muss der Bewohner in einigen Einrichtungen (nicht in allen) damit rechnen, anschließend für 14 Tage in seinem Zimmer in Quarantäne verbringen zu müssen.  Auf Facebook bemerkt eine Pflegekraft auf die Frage, wieso eigentlich Aufsichtspersonen bei den Besuchen mit im Raum sind, dass sie dies wichtig findet. Sie berichtet von einen Fall, wo eine Besucherin dem Bewohner, der ihr  Ehemann ist, im unbeobachteten Moment ein Stück Kuchen in den Mund geschoben habe. Das sei ja hoch gefährlich und könne überhaupt nicht geduldet werden.  Der arme Mann, der 9 Wochen Isolation hinter schich hatte, musste vermutlich hinterher 14 Tage in Quarantäne und seine Frau bekam womöglich sogar Hausverbot, weil sie  diese hirn- und herzlose Hygieneauflage nicht befolgt hatte.   Auch hier werden rein nach willkürlichen Gesichtspunkten – teils vom Land, teils vom Gesundheitsamt oder aber vom Qualitätsbeauftragen der Einrichtung, Vorschriften erlassen und Sanktionen verhängt.  Heimpersonal übt derzeit eigenmächtig eine Verfügungsgewalt aus, gegen die ein vom Bewohner bevollmächtiger Angehöriger oder Betreuer machtlos erscheint.  Vor allem Heime die vor Corona schon ein schwieriges Verhältnis zu Angehörigen hatten und diese eher als lästig und störend empfunden haben, nutzen anscheinend jetzt die Möglichkeit ihre Macht auszuspielen.

Wohl dem, der das Glück hat in dieser Zeit in einem Heim zu leben, in dem das Besuchsverbot nie absolut gesehen wurde. So berichtet eine Altenpflegerin, dass es bei ihnen auf dem Wohnbereich selbstverständlich war und bleiben wird, den Angehörige anzurufen und (unauffällig) ins Zimmer des  Bewohners zu begleiten, wenn dieser sichtbar danach verlangt und beispielsweise nicht mehr essen will.  Wörtlich:    „Wir sind ja hier keine Unmenschen.“

Vor Corona wurde statt von Heimbewohnern verschiedentlich von Insassen gesprochen. Seit Corona  sind aus den Heimen tatsächlich Gefängnisse geworden. Mehr als eine Million Bundesbürger*innen die in Einrichtungen leben, befinden sich seit dem 13. März 2020 in  Schutzhaft bzw. vorsorglicher Quarantäne, legalisiert durch Infektionsschutzbestimmungen.  Auch die übrige Terminologie entspricht diesem Bild.  So ist von Lockerungen (der Haftbedingungen) die Rede. Besuche sind nur nach Anmeldung zu vorgegebenen Zeiten möglich.   Nicht im eigenen Zimmer, sondern in einem eigens dafür hergerichteten Raum. Je nach baulichen Gegebenheiten sitzt der Angehörige draußen vor dem Fenster bzw. der Glastüre zu dem Raum. In machen Heimen darf das Gespräch sogar bei offenem Fester in zwei Meter Abstand geführt werden, wobei dann jedoch wenigstens der  Besucher einen Mundschutz tragen muss.  Wenn keine  Scheibe dazwischen ist, müssen beide einen Mund-Nasenschutz tragen, trotz 2 Meter Abstand.  Dadurch werden das Sprechen und Verstehen erschwert. Mimische Regungen, wie vielleicht ein Lächeln verschwindet hinter dem obligatorischen Mund-Nasen-Schutz, der in einigen Heimen vorgeschrieben ist, obwohl eine  Plexiglaswand mögliche Tröpfchen abfängt und ein Mindestabstand von  2-Metern  durch die Tischbreite vorgegeben ist. Berührungen sind strengstens verboten.  Demenzkranke werden durch solche Besuche zusätzlich verunsichert.

„Am Telefon erkennt meine Mutter mich an der Stimme. Als ich ihr mit der Maske und hinter der Glasscheibe gegenübersaß, hat sie mich nicht erkannt. Sie schaute mich mit großen Augen an und wirkte ganz verstört.   Ich wäre so gerne zu ihr hin und hätte sie in den Arm genommen. Als ich draußen war, bekam ich einen Weinkrampf. Es war so furchtbar. Ich muss sie da irgendwie rausholen.“

In einem Artikel der heutigen Rheinzeitung berichteten Heimleitungen von tränenreichen Begegnungen bei vielen Besuchern.  Und während ich hier sitze und schreibe,  ruft erneut eine Angehörige an, die mit tränenerstickter Stimme von ihrem „wohl letzten“ Kontakt mit der Mutter spricht.  „Ich glaube, Mutter hat sich jetzt entgültig aufgegeben. Beim ersten Treffen letzte Woche hat sie noch etwas Freude gezeigt. Gestern war sie ganz apathisch, hat nicht gesprochen…..“

In die normalen Gefängnisse (Justizvollzugsanstalten = JVA) kommen Erwachsene nach einer rechtmäßigen Verurteilung für eine begangene Straftat.  Der einzige Vorwurf der unseren altersschwachen  Mitmenschen in den Pflegegefängnissen gemacht werden kann, ist ihre Zugehörigkeit zur Risikogruppe.

Hilflose Menschen werden in den Heimen nicht nur gegen ihren Willen isoliert, es kontrolliert auch niemand, inwieweit ihre Versorgung gewährleistet wird.  Vielmehr hat es den Anschein, dass die meisten  Heimbetreiber sich deshalb gegen eine Öffnung  der Heime für den Besuch von Angehörigen aussprechen, weil sie einiges zu verbergen haben.

„Das ist völlig inakzeptabel. Niemand sollte so sterben müssen.“

Peter Weber veröffentlichte gestern in Hallo Meinung  den erschütternden Bericht eines Pflegers aus einem Heim, indem  es angeblich 50 Tote gab, die alle Corona zugesprochen wurden, obschon nach seiner Einschätzung viele von ihnen schlicht verhungert und durch fehlende Versorgung verstorben sind.

Bereits Ende April berichtet ein Team von Ärzte ohne Grenzen von inakzeptablen Zuständen in europäischen Heimen, in denen trotz bzw. wegen  eines absoluten Besuchsverbotes für Angehörige in kurzer Zeit jeder dritte Bewohner verstorben ist:

„Zu viele Menschen sind allein und verängstigt gestorben“, sagt Ximena di Lollo über die Situation in Spanien und Portugal. „Die Menschen sind von ihren Familien abgeschnitten und haben ihr Lebensende ohne Unterstützung und kaum menschlichen Kontakt erlebt. Das ist völlig inakzeptabel. Niemand sollte so sterben müssen.“

Inzwischen häufen sich Berichte, die an Zahlen belegt zeigen, dass die zur Eindämmung der Corona-Infektionen getroffenenen Maßnahmen um ein vielfaches gefährlicher waren/sind, als das Virus.  So geht man in England davon aus, das wenigstens zwei Drittel der im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen verstorbenen rund 30.000 Menschen, an medizinischer und pflegerischer Unterversorgung starben.  Denn die Krankenhäuser mussten ein Großteil der Patienten plötzlich nach Hause oder in Pflegeheime entlassen, um Platz für Corona-Patienten zu schaffen. Von jetzt auf gleich wurden  tausende alte und kranke Menschen von ihren Angehörigen abgeschnitten und in ihrer Not alleine gelassen.   Die Heime waren auf diese Situation nicht vorbereitet und personell überfordert.

Wenn wir uns die jüngsten Zahlen des statistischen Bundesamtes zu den Sterberaten in Deutschland hingegen anschauen, stellen wir fest, dass in den Monaten für die der Corona-Tsunami angekündigt war, die Sterblichkeit sogar unter der in den Jahren davor lag. Sie stieg erst im April an, nachdem die Coronakurve bereits wieder abflachte.  Im April kann man von einer Übersterblichkeit sprechen, die höchstwahrscheinlich mit den Coronamaßnahmen in Zusammenhang steht:  Verängstige Menschen mit Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen behandlungsbedürftigen Erkrankungen  trauen sich nicht in die Klinik zu gehen.  Neben der Angst vor Ansteckung schrecken die Besuchsverbote ab.  Die Klinikbetten stehen immer noch zur Hälfte leer.  Mir ist unbegreiflich, warum Chefärzte von Krankenhäusern, nicht längst die Aufhebung des Besuchsverbotes gefordert haben, nachdem nur wenige Krankenhäuser überhaupt einen „Coronapatienten“ gesehen haben, während der angeblichen Welle.  Nun lassen sich diese Fachleute  einreden, es käme womöglich  eine zweiten Welle.   28 Millionen chirurgische Eingriffe wurden wegen  Covid-19 weltweit verschoben, berichtet das Ärzteblatt.

Ein Mitarbeiter des Bundesinnenministerium, dessen Aufgabe es war, eine  Analyse des Corona-Krisenmanagement  vorzunehmen, spricht gar von einem Fehlalarm. In einem 92 seitigen Papiere, an dem Ärzte und anderen Sachkundige mitgewirkt hatten, werden gravierende Fehlleistungen herausgestellt.  Das BMI Corona-Papier sowie die Antwort der mitwirkenden Ärzte: auf dieser Seite. 

Corona-Auflagen entspringen einem falschen Hygieneverständnis

Im Grunde beruhen alle Schutzmaßnahmen auf einem Hygieneverständnis, das den Infektionsschutz vor Covid-19 über alles stellt; ungeachtet der Schäden und Toten die dadurch an andere Stelle entstehen.   Die ursprüngliche Bedeutung von Hygiene (grichisch. Hygieia = Gesundheit) umfasst hingegen alles, was der Gesundheit dient.  Sowohl der WHO als dem RKI  muss vorgeworfen werden, bei ihren Empfehlungen zur Eindämmung von Seuchen,  mögliche Kollateralschäden nicht im Blick zu haben.  Da sich alle Nationen an den Empfehlungen dieser Institutionen  orientiert haben,  trifft sie auch die Hauptkritik an dem desaströsen Ergebnis.  Man kann nur hoffen, dass daraus die richtigen Lehren gezogen werden, damit sich so etwas nicht wiederholt.  Zum Vergleich sei hier an die Situation 2009 mit der Schweinegrippe erinnert, aus der leider nichts gelernt wurde.

Aber auch die Ärzte in den Kliniken und Gesundheitsämtern sollten ihr ärztliches Ethos überprüfen und sich den hippokratischen Grundsatz:  „Primum nihil nocere – zuerst nicht schaden“, vergegenwärtigen.

Die Besuchsverbote in den Heimen wie in den Krankenhäusern  gefährden nicht nur die Gesundheit und das Leben der Kranken, sie sind unmenschlich. Vorordnete Grausamkeit.   So etwas dürfte es in einer zivilisierten Gesellschaft gar nicht geben.

 

 Traueranzeige für Gerda Luise Bross vom 06.05.2020 aus Hohenloher Tagblatt

https://www.trauer.swp.de/traueranzeige/gerda-luise-bross?fbclid=IwAR12HJqlSgUCVg6sBWqDerZrKizb1l0fjjxkblM9TWQWnYBxU_tDUicy5uY

 

Sehr empfehle ich diese Rede des Arztes und Psychotherapeuten   Prof. Hans Joachim Maaz, während der friedlichen Demonstration am 16. Mai in Halle.


Weitere Ärzte die ihr Schweigen brechen:

Dr. med. Ernst M. Zimmer, Merzig  – schreibt in diesem Leserbrief   – und erklärt in diesem Youtube seine Erfahrungen näher.

Dr. med. Thomas Fein, seit 29 Jahren Landarzt in Ostfriesland – hat nicht einen positive Covid-19 Patienten erlebt und dennoch eine „Corona-Tote“ zu beklagen. Eine   77 jährige Frau, die sich aus Angst vor Corona das Leben genommen hat:  Landarzt T.Fein-zur zweiten Welle

Dr.med. Katrin Korb, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Oldenburg – toller Vortrag auf einer Kundgebung in Oldenburg

Dr. med. Katrin Kessler, Fachärztin für Allgemeinmedizin, warnt vor den Schäden der Angst und setzt sich für eine Rückkehr zur Normalität ein.

Zwei Ärzte auf einer Demo, mit guten Erklärungen und einer wichtigen kritischen Haltung.

Der Gerontopsychiater und Professor für Altersmedizin, Johannes Pantel hatte schon Anfang April in diesem Interview erklärt „Strikte Isolation ist gerade für ältere Gift.“

Der Wiener Arzt und Wissenschaftler, Dr. Christian Fiala, strebt derzeit mit zahlreichen anderen Ärzten ein  Volksbegehren zur Wiedergutmachung der  Schäden an.

In Schwerin haben sich zahlreiche  Ärzte  zu einer Mahnwache gegen die schädlichen Coronamaßnahmen aufgerufen. Einer der Intitiatoren Dr. Andreas Kauffhold, zugleich Vorstandsmitglied der Landesärztekammer Mecklenburg-Vorpommern.

Aus Kritik an den Corona-Maßnahmen wurde diese  Initiative Ärzte für Aufklärung  ins Leben gerufen, die   bereit 700 Unterzeichner hat.

Ein Millionenpublikum erreichte Prof. Dr. Bhakdi mit seiner auf verschiedenen Kanälen im Internet ausgesprochenen Sorge um die Volksgesundheit und seine fachlich fundierte Einschätzung der Gefahrenlage.  Die politisch Verantwortlichen konnte er mit seinen eindringlichen Apellen an die Verhältnismäßigkeit der Mittel jedoch genausowenig erreichen, wie andere angesehene Experten auf dem Gebiet der  Epidemiologe um Immunologie.  Jetzt haben sich diese zusammengeschlossen zu dieser Initiative.

Für großes Aufsehen sorgt der Facharzt für HNO, Dr. Bodo Schiffmann. Bevor Corona in unser aller Leben trat, war dieser Arzt erfolgreich und zufrieden mit seinem Team darum bemüht, Menschen mit Schwindelsymptomen zu heilen. Konfrontiert mit den Ängsten seiner Patienten vor Ansteckung, kamen auch diesem Arzt  Zweifel an der Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen sowie der Berichterstattung in den Medien. So begann er zu recherchieren und über Youtube,  Daten und Maßnahmen in Frage zu stellen.  Da er die Dinge verständlich erklärt und eine überzeugende Art hat, verfolgen inzwischen mehr als 200.000 Abonenten seine Beiträge.  Wegen des enormen Zulaufs sieht sich Schiffmann aktuell großer Anfeindung  und Denunzierung ausgesetzt.

Der wohl bekanntestes Kritiker unter den Ärzten ist Dr. Wolfgang Wodarg.  Bereits Anfang Februar warnte Wodarg nicht nur vor der Panikmache, sondern auch vor dem sog. Corona-Test. Hätte die Politik auf ihn gehört, wären nicht nur Deutschland sondern der Welt die erlebte Schädigung durch unverhältnismäßige Maßnahmen erspart geblieben.  Denn Deutschland spielt in Sachen Corona-Krisenbewältigung eine tragende Rolle. Alle Welt benutzt den in Deutschland entwickelten Test und orientiert sich an den vom Robert- Koch – Institut vermittelten Daten.

 


Mehr zum Thema:

Adelheid von Stösser:  Falsche Prioritäten gesetzt und ethische Prinzipien verletzt     

Adelheid von Stösser: Nicht Leben und nicht Sterben dürfen

Konkrete Empfehlungen zum Schutz vor Infektionen in Pflegeheimen verbunden mit der Forderung der sofortigen Aufhebung der Besuchseinschränkungen, können Sie im

Corona-Brandbrief der Pflegeethik Initative Deutschland e.V. nachlesen.

6 Kommentare

  1. …….. Ich bin schon gleich zu Beginn des Lockdowns sofort auf den Gedanken gekommen, was eigentlich mit denjenigen ist, die in Pflegeheimen oder Krankenhäusern sind. Ich habe meine Mutter 2016 beim Sterben begleitet – im Krankenhaus. Dort wurden wir Angehörigen wie Eindringlinge und Fremdkörper behandelt, weil wir es uns nicht nehmen ließen, von morgens bis in den Abend hinein bei unserer Mutter zu sein. Wir haben dem Personal Hilfe angeboten bei der Pflege unserer Mutter, aber wir stießen auf negative Resonanz, das hat uns sehr befremdet. Ich verstehe nicht, woher eigentlich der Notstand für Hygienekleidung kommen soll, wir mussten damals in voller Montur ins Krankenzimmer und wurden sofort angegiftet, wenn wir es einmal vergaßen und mit Schutzkleidung auf den Flur gingen. Auf den Fluren war ohnehin nichts los, wir sind kaum je irgend jemandem begegnet. Meine Mutter lag allein im Zimmer. Die Türen zu den anderen Zimmern: geschlossen. Ich habe nie einen anderen Patienten gesehen. Die Isolation hat schon damals sehr gut geklappt und ich fand den Aufwand mit den ganzen Schutzbekleidungen vollkommen übertrieben und fragte mich, wie viel Müll eigentlich täglich so ein Krankenhaus produziert. Da schert sich anscheinend niemand um die Gesundheit von Umwelt, Tieren und Menschen, die angeblich ach so wichtig ist in dieser Krise.

    Meine Mutter war bereit zu sterben, sie war die letzten drei Wochen vor ihrem Tod sehr kalt und ihre Hände und Füße ließen sich durch nichts mehr erwärmen. Schließlich hörte sie mit dem Sprechen auf und dann auch mit dem Essen. Die dauernden Reha-Bemühungen des Pflegepersonals kamen mir albern und herzlos vor, als wüssten die nicht, wann ein Mensch nicht mehr leben will. Meine Mutter war 86, hatte eine Lungen-Embolie und was weiß ich noch für tausend andere Leiden. Da fällt das Leben irgendwann nur noch sehr schwer. Was soll eigentlich so einen alten Menschen töten, wie lange soll er sich quälen lassen, bevor man ihn sterben lässt? Ist ein Virus da nicht eher willkommen? Ich würde dieses Virus zu mir kommen lassen wollen, wenn mein Körper so elend ist und mein Geist bereit für den Tod. Aber die Leute werden nicht gefragt, die man angeblich schützen will. Und die Kliniken, die angeblich nicht überlaufen sollen, stehen nun leer.

    Mir hat es sehr weh getan, dieses sich Ducken vor dem Tod. Dieses „alles dafür tun, damit einer am Leben bleibt“. Das ist verkehrt und verdreht. Angehörige spüren am besten, wenn ihre Eltern sich auf den Tod vorbereiten, wenn sie dafür offen sind und sich nicht abwenden und so tun, als müsse der sterbende Mensch unbedingt essen oder aufgeheitert werden.

    Ich bin Ihnen für Ihre Arbeit sehr dankbar und für den Artikel. Es ist so schwer geworden dieser Tage auf mitfühlende und nicht mitlaufende Menschen zu stoßen. Was die Regierung da macht, ist blindes Verordnen und auf der aberwitzigen Idee zu beharren, man könne alle Menschen gleich behandeln.

    Es macht mich tief traurig und ich hoffe, ich werde das weitere Leben unter dieser gefühllosen „Neuen Norm“ weiter leben können, die wohl, bei tieferem Nachdenken durch viele Hinweise und Entwicklungen zuvor schon sich andeutete. Ich weiß zurzeit nicht, wie ich meinen Beruf ausüben soll, es wird einem unmöglich gemacht, das zu tun, was man eigentlich liebt zu tun. Ich bin Sozialberaterin und muss, um mit meinen Besuchern gut arbeiten zu können, oft die Köpfe zusammenstecken. Da ich nur noch telefonisch beraten kann und erst in einem der Häuser – nur auf Abstand berate – habe ich heute einfach eine Frau, die dringend Hilfe brauchte, vor meiner Haustür empfangen und wir haben uns auf die Steintreppen gesetzt und ich habe ihr bei einer behördlichen Sache geholfen. Die Ausländer stehen alle vor den verschlossenen Türen der Behörden und man verweist auf „online Hilfsangebote“. Weder sprechen die unsere Sprache gut genug noch sind viele gar nicht technisch versiert genug für diese „Online Welt“.

    Ich leide seelisch und auch zunehmend körperlich unter der Situation. Es tut mir wohl, dass andere Menschen hier schreiben und mitlesen.

    Ich grüße Sie alle von Herzen aus Hamburg

  2. Bei uns ist es genauso, wie hier beschrieben, nur das in unserer Demenzabteilung, Niedersachsen, Oldenburg,ständig weitere präventive Qurantänemaßnahmen eingeleitet werden, erst bis zum 24.05., weil ein Bewohner unbemerkt den Bereich verlassen hat, Aufsichtspflichtverletzung??! Es handelt sich um einen geschützten Bereich mit Transponder. Dann wurde diese präventive Quarantäne bis zum 02.06. verlängert, weil angeblich ein Besucher an den Zaun einem Bewohner zu Nahe gekommen sein soll, 1,80m Doppelstabzaun, von beiden Seiten Gebüsch. Wie soll das denn gehen? Auch hat auf Rückfrage an das Heim sich ergeben, dass sie kein Konzept für den Demenzbereich entwickelt haben. Sie wissen nicht wie? Wir als Angehörigen sollten uns Gedanken machen. Was ich schon sehr dreist empfinde. Wir haben dann ein Vorschlag erarbeitet und eingereicht, keine Rückmeldung. Immer steht die Abstandswahrung im Vordergrund, die nicht eingehalten werden kann. Aber ein Hygieneschutz in Form von MNS empfinde ich auch als ausreichend, weil die Pflegekräfte sich doch auch nicht anders schützen! Und in unserem Heim es auch keine Verdachtsfälle gibt oder gab. Also alles doch richtig gemacht. Wir konnten nun meine Mutter noch nicht besuchen, weil ein Besucherfenster uns nichts bringt, weil meine Mutter nicht mehr sprechen kann. . . Es ist sehr traurig, sehr belastend. Ich schreibe so viele Briefe an die Politik, Medien, ohne Erfolge ohne Vorankommen. Meine Mutter wird bei Fragen an des Pflegepersonal als sehr Unruhig geschildert, was wohl kein Wunder ist, oder? Wie lange ist das wohl alles noch auszuhalten für Bewohner und uns Angehörigen?

  3. Was mutet man den Bewohnern und ihren Angehörigen noch alles zu? Die Bewohner sterben meist nicht an Corona. Ich will meine Schwester in ihrem Zimmer besuchen, sie berühren, sie füttern, ihr etwas vorlesen, sie streicheln. Das ist Menschenwürde.

  4. Vielen Dank für diesen Artikel. Immerhin bin ich nicht alleine. Ein ganz kleiner Trost. Auch wenn es wirklich fast nicht mehr auszuhalten ist.
    Meine Mutter liegt seit 2 Jahren im Heim durch Amputation fest im Bett. Und durch einen Krankenhauskeim quasi dauerhaft in Quarantäne. Jetzt war ich nach 8 Wochen zum ersten Mal bei ihr im Zimmer. Fußschutz. 2 Schutzhauben für die Haare. 2 Handschuhe. 2 Kittel. Mundschutz. 30 min unter Aufsicht. 2m Abstand vom Bett.
    Meine Mutter bat mich, sie im Bett hochzuziehen und mich zerriss es innerlich, dies nicht zu dürfen trotz aller Vermummung. Die Schwester darf es aber. Die hat den selben Schutz wie ich. Und sie war auch gestern im Aldi. Ich versteh es einfach nicht, wie so etwas möglich ist. Wirklich menschenunwürdig, ich bin an manchen Tagen sehr depressiv….. wie lange soll dies noch gehen?

  5. Es bestürzt mich von den Bedingungen zu lesen, unter denen Besuche nun wieder zugelassen werden. Das ist menschenunwürdig.

    „Trotz“ Lockdown und Besuchsverbot berichtete das RKI täglich in seinen Lageberichten von Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen.

    Ich schreibe „trotz“, weil Befürworter des Lockdowns einwenden werden, hätte man den Lockdown nicht gemacht, wären noch mehr Menschen in Altenheimen erkrankt.

    Deutschland meldete 14.228 Infektionen (8 592 bei den Bewohnern und 5 636 beim Personal) im Zusammenhang mit Einrichtungen, die sich um ältere Menschen (Langzeitpflege, Pflegeheime), Behinderte oder Obdachlose, Migranten oder in Gefängnissen kümmern.

    In Belgien wurden bis zum 21. April mehr als 50% der insgesamt 5 998 tödlichen COVID-19-Fälle im Zusammenhang mit COVID-19 aus LTCFs und ähnlichen Einrichtungen gemeldet.

    Warum hat man bei Bekannt werden der Erkrankung und in Kenntnis der besonderen Schutzbedürftigkeit von älteren Menschen vor Infektionen jeder Art, nicht intensiv auf Hygienemaßnahmen geachtet und diese auch für Besucher ausgeweitet?

    Ist das praktisch nicht umsetzbar oder fehlt(e) es dazu ganz einfach an der notwendigen Schutzausrüstung?

    Gibt es Pläne/Möglichkeiten die aktuellen Bedingungen für Besuche zu verbessern?

    • Warum nicht früher darauf geachtet? Die Wirtschaftlichkeit geht vor. Die Altenhilfeeinrichtungen werden im Infektionsschutzgesetz (IfSG) des Bundes nicht direkt gesehen. Die Verantwortung liegt bei den Gesundheitsämtern in den Bundesländern. Die Sensibilität für stationäre Einrichtungen ist so groß wie die Bewohnerbeiräte als gesetzliche Interessenvertretung bekannt ist, eingebunden und unterstützt werden.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*