Da läuft gewaltig etwas schief in diesem Betreuungssystem

Mit diesem Satz in einem Beitrag auf WISO:  Probleme mit amtlicher Betreuung hat  Frau Rohde offenbar einen Nerv getroffen.  Dabei klingt  ihre Erfahrung noch vergleichsweise harmlos.   Seit dieser Sendung werde ich förmlich überschüttet mit Berichten von Betroffenen und Angehörigen.  Bis hin zu Fällen, die den Verdacht nahe legen, das einzelne Berufsbetreuer  strategisch vorgehen, um an alte Menschen heranzukommen, die alleinstehend und vermögend  sind.  So wurde berichtet, dass in kurzen Abständen  drei bis dahin geschäftsfähigen Kunden (alte Damen), die ein Pflegedienst zuvor über Jahre versorgt hat, während des Aufenthaltes in einem bestimmten Krankenhaus unter Betreuung gestellt wurden, wegen angeblicher Demenz.    Diese wurden einer bestimmten Betreuerin,  einer Anwältin, unterstellt,  und diese veranlasste ihre Unterbringung in einem bestimmten Pflegeheim.  Besagte Betreuerin habe  sofort die Wohnungen aufgelöst, wobei sie vermutlich mit einer Truppe/Firma aus Osteuropa oder Russland zusammenarbeitet.   Das klingt stark nach organisiertem Verbrechen.

Auch dieser  Fall eines vor wenigen Tagen verurteilten Betreuers aus Trier, dürfte lediglich einer von wenigen sein, die ans Licht kommen.  Dem Angeklagten waren zuletzt 98 Betreute vom Gericht anvertraut worden, die ihm 188.000 Euro im Jahr einbrachten. Bedenkt man, dass hinter jedem Betreuungsfall ein hilfeabhängiger, schutzbedürftiger Mensch steht, muss man alleine diese Anzahl schon als Skandal werten. Der nicht materielle Schaden, der durch nicht kümmern oder falsche Entscheidungen seinen Betreuten entstanden ist, dürfte weit höher wiegen, als die zur Anklage gebrachte Geldsumme.   Außerdem: Nur wer keine Kontrollen befürchten muss, kann sich über einen so langen Zeitraum und in dieser Größenordnung, an den Konten seiner Betreuten bedienen. Gelegenheit macht Diebe! Und Gelegenheiten bieten sich durch die Unzulänglichkeiten des Betreuungssystems reichlich.

Wie auch an dem von uns aktuell zur Anzeige gebrachten Fall des von der Betreuungsbehörde Neuwied hochgeschätzten Berufsbetreuers Walter R., entscheidet oft der seriöse Eindruck den ein Betreuer bei den Amtsgerichten erweckt, wie genau hier geprüft wird. Obwohl deutliche Hinweise auf Betrügereien und Vernachlässigung vorgelegt werden konnten, stellte sich das Gericht (in allen uns angezeigten Fällen) hinter den eingesetzten Betreuer. Müssten nicht eigentlich auch die Richter belangt werden, die aus Zeitmangel oder Gutgläubigkeit, die geforderte Prüfung nicht erbringen? Im Trierer Fall hat sich der angeklagte Betreuer seit Jahren am Geld seiner Betreuten bereichert ohne aufgefallen zu sein. Zwar sei in der Vergangenheit schon einmal gegen ihn ermittelt worden, aber vermutlich konnte er damals mit Hilfe seines Auftraggebers, des Amtsgerichtes, die Vorwürfe entkräften. Auch das kommt uns sehr bekannt vor. Noch im Januar 2013 stellte sich das zuständige Amtsgericht hinter den Betreuer Walter R., im März wurde dieser dann – ohne Angabe von Gründen- von all seinen Betreuungsfällen abgesetzt. Sein Nachfolger, ein Jurist, war gehalten den Schaden zu vertuschen und zu begrenzen, den der Vorgänger angerichtet hatte. Obwohl dieser der Aufforderung nicht nachkam, wichtige Unterlagen an seinen Nachfolger zu schicken, unternahm das Gericht weder etwas zum Schutze der Betreuten noch zur Aufklärung.

Es wird höchste  Zeit für eine Neubewertung und Reform des Betreuungsrechtes in Deutschland.  Angefangen  beim Namen.  Denn viele tappen in die Betreuungsfalle, weil sie unter  „Betreuung“ etwas  anderes verstehen.  Wer zum Beispiel nach einem Unfall oder akuten Ereignis in einem Krankenhaus landet  und dort gefragt wird, ob er einverstanden ist, dass ihm ein „Betreuer zur Seite gestellt wird“, gibt spontan sein Einverständnis, ohne zu ahnen,  das er damit quasi sein Leben aus der Hand gibt.  Wenn er Glück hat und einen seriösen und im besten Sinne bemühten Betreuer bekommt, kann das eine wirkliche Hilfe sein.  Hat er jedoch das Pech an jemanden zu geraten, der sein Amt vom Schreibtisch aus regelt und sich nicht persönlich um das Wohlergehen der Menschen kümmert, deren Leib und Leben seiner Obhut anvertraut wurden,  sitzt buchstäblich in der Falle.  Denn diese Betreuer entwickeln häufig dann den größten Ehrgeiz wenn der Betreute oder Angehörige sich ans Gericht wenden, weil sie mit dem Betreuer nicht zurecht kommen oder die Betreuung insgesamt loswerden wollen.  Was im Betreuungsrecht wie eine Selbstverständlichkeit klingt, dass jeder seinen Betreuer wählen bzw.  abwählen kann, ist praktisch kaum durchsetzbar.  Lesen Sie dazu auch mein Schreiben an den Vorsitzenden des Betreuungsgerichtstags: BGT-Vorsitzender_19082014

Selbst Vorsorgevollmachten schützen nicht in jedem Falle davor, einen fremden Menschen als Betreuer vorgesetzt zu bekommen.   Die Geschichte die mir gestern  eine 78 jährige schilderte,  hätte ich vor Jahren noch nicht geglaubt.  Ihr Mann hatte vor seiner Operation per  Vorsorgevollmacht alle Entscheidungsgewalt seiner Frau übertragen.  Als er dann nach der Operation tatsächlich in einem Zustand war,  dass andere an seiner Stelle  Entscheidungen treffen mussten,  wurde der Ehefrau kurzerhand in einem ärztlichen Gutachten diese Fähigkeit abgesprochen. Von einer Ärztin, die nur ihren Mann untersucht hatte, ohne die  Frau gespochen zu haben.  Trotzdem kümmert sie sich seit nunmehr zwei Jahren um ihren Mann, und erledigt eigentlich alles, was normalerweise der Betreuer erledigen müsste.  Trotzdem muss sie für die Kosten dieser sinnlosen  Zwangsbetreuung aufkommen, zu allen anderen finanziellen Belastungen, die die Pflegebedürftigkeit ihres Mannes mit sich bringt.   Hier entwickelt sich eine Geschichte in unserem Land,  die das Potential zu einem neuen Unrechtssystem hat.

Auch die im Filmbeitrag WISO erwähnte Untersuchung der Polizeihochschule Münster, hat sich mit  Betrugsdeliken  im Zusammenhang mit rechtlicher Betreuung  befasst.    Das umfangreiche Veröffentlichung dieser Studie finden Sie auch auf der Seite des Familienministeriums BMFSFJ:   Sicherheitspotentiale im höheren Lebensalter.    Sie macht deutlich, dass alte Menschen nicht nur zur Zielgruppe von Gaunern gehören, die es beispielsweise per Enkeltrick auf ihr Geld abgesehen haben, auch von Seiten der vermeintlichen Beschützer, die als rechtliche Betreuer ihre Interessen vertreten sollen, droht Gefahr.

csm_und_ihre_asche_umschlag_300dpi_rgb_9204918596Buchtipp – Neuerscheinung:   …und ihre Asche gehört seinem Sohn

Dieser Erlebnisbericht gewährt einen Einblick in eine private Tragödie, verursacht durch die Haltung eines  Betreuungsgerichtes.  Die Autorin  hatte sich in ihrer damaligen Verzweiflung  u.a. an den Pflege-SHV gewandt. Obschon ich ihre Geschichte kannte, habe auch das Vorwort  geschrieben, hat mich die komprimierte Darstellung in diesem Buch  sehr berührt.  Es handelt vom vergeblichen Bemühen einer Tochter (Altenpflegerin) und Enkelin (Ärztin),  das Betreuungsgericht von etwas zu überzeugen, was in allen Kulturen dieser Welt selbstverständlich ist: Dass erwachsene Töchter/Söhne für ihre pflegebedürftigen Eltern sorgen, wenn sie das können und wollen.

 

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Pflege-SHV unter Brennpunkte

Entmündigt: Wenn Betreuung zum Albtraum wird. ARD, Dokumentation mit einem weiten Blick hinter die Kulissen.

Rat und Hilfe
Der Pflege-SHV kooperiert mit dem BetreuungsGeschädigtenVerein Hildesheim e.V., an den sich Betroffene auch direkt wenden können: www.bgv-hildesheim.de

4 Kommentare zu Da läuft gewaltig etwas schief in diesem Betreuungssystem

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Betreuung = absolute Entrechtung. Ich habe lange viele Menschen begleitet, die in die Fänge der Betreuungsmafia geraten sind. Was ich erlebt habe, ist unbeschreiblich – kriminelle Richter, „Betreuer“ , in unseren Fällen war der Anwalt des ärgsten Feindes der Opfer – der Anwalt des „Betreuers“, der Verfahrenspfleger. Mehrere Gutachter – einer hatte sich den Beinamen Dr.Psychopath sehr verdient und von der Sorte gab es einige. Haarstreubend. Wenn Sie schlaflose Nächte haben wollen und drei Tage Zeit gerne mehr.
    Mit freundlichen Grüßen
    Antje Trigo Teixeira
    Buchholz in der Nordheide – Tel 0 41 81 – 3 18 11
    Name und Telefonnummer können gerne veröffentlicht werden
    Übrigens: Vier unser Betreuungskriminalfälle sind im Fernsehen gezeigt worden und auch alle anderen haben in der Presse gestanden.
    Fazit der Betruungsmafia: Leckt uns am A…. wir haben ja die Justiz hinter uns und Mutti.

  2. Da läuft gewaltig etwas schief in diesem Betreuungssystem, N e i n , dass wie es jetzt läuft, ist mit den Betreuern und Betreuungsvereinen, Amtsgerichten, Betreuungsstellen, Sozialpsychiatrischer Dienst, Demenzgutachten von Kreisverwaltungen genau abgestimmt
    Die Zielsetzung der Betreuung durch Berufsbetreuer, ist die Aneignung von Vermögen, Häuser, Nachlässen, Wohnungen, KFZ, Lebensversicherungen u.a.
    Entscheidend ist nur die Aufteilung des Vermögens.
    Wieviel Anteile erhalten die beteilgten Entscheidungsträgern, wie
    1. Richter, von AGs, durch fälschen von Beschlüssen und Betreuungsakten
    2. Neurologen, Psychiater vom Sozialspsychiatrische Dienst, von Kreisverwaltungen, durch fälschen von Demenzgutachten,
    3.Mitarbeiter von der Betreuungsstelle von Kreisverwaltungen, durch fälschen von Sozialgutachten
    4.Betreuern/innen durch fälschen von Abrechnungen gegenüber den AGs

    Richter Ulrich Vennemann Betreuung, vom AG Soest i.R. gibt selbst zu, in der öffentlichen Sitzung im März 2015, vom Ausschuss Gesundheit vom Kreistag und in einem Artikel im Soester Anzeiger vom 15. und 16.März 2015 Sozialberichte gefälscht zu haben, um mit gefälschten Beschlüssen Betreuer/innen zu bestellen

    Auch völlig ungeeignete Betreuer/innen wurden, wie Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, wie Frau Ulrike Huneke vom Betreuungsverein Ruhr-Hellweg Soest für die Gesundheitssorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Finanzielle Angelegenheiten, ohne die nötige Eignungsüberprüfung bestellt zu haben.
    weitere Informationen wurden in der Dokumentation:
    2 0 6 Tage, Qualvolle Tötung von Frau Hildegard Elli Rieck in einem Pflegeheim von Bad Sassendorf dargestellt
    Mit freundlichem Gruß
    http://www.Dipl.-Ing.Hans-Gerhard Möller Bad Sassendorf.de
    Beethovenweg 8 – 59505 Bad Sassendorf
    h.ger.moeller@t-online.de – Tel.0151 56 79 18 84
    Der Kommentar kann mit gesamten Namen, Anschrift so veröffentlich werden.

  3. Als Angehöriger musste ich selbst erfahren, wie schrecklich eine rechtliche Betreuung sein kann.
    Meine Oma wurde damals wegen einer Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. Später wurde sie in einem Heim untergebracht, vermutlich auf Veranlassung des Betreuungsgerichts.
    Schon immer hatte meine Oma, die ein beachtliches Vermögen hatte, meine Mutter (ihre Tochter) und mich finanziell unterstützt. Einige Wochen vor Beginn der Betreuung überwies meine Oma mir und meiner Mutter Geld. Die Überweisungen tätigte sie auf eigenen, ausdrücklich erklärten Wunsch.
    Kurz nach dem offiziellen Beginn der Betreuung meiner Oma erschien der Betreuer bei meiner Mutter und mir. Er verkündete, dass meine Mutter und ich nun kein Geld mehr von meiner Oma erhalten würden.
    Bei Nachforschungen stellte ich fest, dass der Betreuer das nicht einfach so bestimmen konnte. Ich informierte den Betreuer per E-Mail darüber, dass meine Oma die finanzielle Unterstützung für uns fortsetzen wollte.
    Daraufhin sagte mir der Betreuer zu, dass er auf Wunsch meiner Oma hin Sonderzahlungen für uns tätigen könne.
    Nur wenige Stunden später aber forderte er das gesamte Geld, das uns meine Oma vor Beginn der Betreuung überwiesen hatte, zurück.
    Eine Woche später erschien der Betreuer unangekündigt bei meiner Mutter und mir. Er forderte das Geld nun schriftlich zurück.
    Unter anderem behauptete er in seinem Forderungsschreiben, dass meine Oma ihren freien Willen nicht mehr kundtun könne. Diese Behauptung entsprach offensichtlich nicht der Wahrheit.
    Unter anderem schüchterte der Betreuer uns mit den Worten: „Legen sie sich nicht mit mir an!“ ein. Zudem drohte er mit einer Anzeige wegen Betrugs. Von den zugesagten Sonderzahlungen war nun keine Rede mehr.
    Bereits wenige Tage später musste meine Mutter fast das gesamte Geld zurückzahlen. Unterdessen erfuhr ich von meiner Oma, dass der Betreuer sie über seine Rückforderung noch nicht einmal informiert hatte.
    Nach der Rückzahlung des Geldes suchte ich das Betreuungsgericht auf. Ich erfuhr, dass meine Oma geschäftsfähig war. Mir wurde sogar vorgeschlagen, das Geld zurückzufordern.
    Dazu kam es aber nicht mehr. Nur eine Woche nach meinem Besuch bei Gericht starb meine Oma unerwartet.
    Die Ereignisse während der Betreuung meiner Oma waren eine schmerzhafte Erfahrung für mich. Ich hätte so etwas in Deutschland bis dahin nicht für möglich gehalten. Offenbar zählen Recht und Gesetz in der rechtlichen Betreuung kaum etwas.

  4. Bei uns ist es noch viel schlimmer. Meine Oma hatte meiner Mutter damals für den Fall der Fälle eine Vorsorgevollmacht geschrieben und diese notariell beglaubigen lassen.
    Das Alles wollen die Gerichte nicht sehen und reagieren auf unsere Schreiben nicht.
    Die Rechtsbeschwerden gegen den Beschluss des Landgerichts wurden ignoriert und die Akte wieder zurück an das Amtsgericht bei uns gesendet.

    Die Betreuerin, die im Übrigen nur die Vermögenssorge übertragen bekommen hatte, erteilte uns damals Hausverbot, was bis heute noch besteht. Wir haben keinen Kontakt mehr zu meiner Oma. Dürfen Sie nicht mal mehr aufsuchen.

    Das war natürlich nun nur ein kleiner Ausschnitt aus dem ganzen Fall. Haben Sie Interesse uns zu helfen und beizustehen? Wir haben mittlerer Weile aufgegeben. Die Polizei hat ein Verbot von dem Richter bekommen aktiv zu werden, der Richter ist telefonisch nie zu erreichen, postalisch bekommen wir keine Antwort, persönlich werden wir rausgeschmissen und es wird mit der Polizei gedroht. Die Betreuerin schreibt uns andauernd, neuerlich per Gerichtsvollzieher, dass wir die Vorsorgevollmacht, ihr aushändigen sollen.

    Zu erreichen bin ich am Besten: 0173 / 16 55 369
    Die Telefonnummer darf veröffentlicht werden.

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