Pflege- und Krankenhauspersonal für Panikmache benutzt

Foto: Hartmann/Pro Sieben. Die Moderatoren Joko und Klaas, zeigen in einem siebenstündigen Beitrag die Situation des Pflegepersonals auf Intensivstation.

Seit Corona beginnt oder endet fast jede Nachrichtensendung mit dem besorgten Blick auf die Lage der Intensivstationen.  Intensiv-Mediziner*innen und Intensiv- Pfleger*innen, sind außerdem regelmäßige Gäste in Talk-Shows und Corona-Spezials.  Wobei gezielt solche ausgewählt werden, die den Ernst der Lage  überzeugend schildern und keinen Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Lockdowns und anderen Zwangsmaßnahmen aufkommen lassen. Und die Regierung benutzt derart angstmachende Berichte zur Rechtfertigung ihrer umstrittenen Corona-Politik.  Wer es wagt Kritik an dieser Politik und Berichterstattung zu üben, dem werden die Todkranken und überlastetes Personal auf den Intensivstationen vorgehalten.  Inzwischen ein Totschlagargument, das jede sachliche Klarstellung verbietet.

Insiderberichte von Fachleuten, die sich über die Dramatisierung  der Situation wundern, findet man ausschließlich im Internet.  So auch die in diesem Beitrag auszugsweise einkopierten Beispiele:

Pflegefachkraft 1(16.04.2021):
Ich bin 33 und arbeite seit 10 Jahren auf einer Internistischen/kardiologischen Station in Berlin. Die Arbeit dort war schon immer im höchsten Maße anstrengend und nahm jedes Jahr an Unmenschlichkeit zu. Wir waren schon immer überlastet, und das wird von Monat zu Monat schlimmer. Wenn ich nun das Radio einschalte und höre, dass die Kliniken plötzlich völlig wegen Corona überlastet sind und die armen Pfleger und Ärzte gehört und unterstützt werden müssen, indem wir einen harten Lockdown nach dem anderen machen, schnürt sich in mir alles zu! Die Politik hat sich noch NIE für uns interessiert. Am meisten ärgert mich, dass sie uns nun für ihre Panikmache benutzen.

Endlich spricht einmal eine Kollegin aus, was sich immer deutlicher abzeichnet. Es war noch nie so offensichtlich, dass es der Gesundheitspolitik nicht um gesunde Strukturen und die bestmögliche Pflege und Behandlung geht.  Kritische Ärzte und Fachleute weisen schon lange auf die zunehmende Einflussnahme  der den Gesundheitsmarkt beherrschenden Unternehmen hin.  Privatisierung von Krankenhäusern, Fallpauschalen, die dazu führten, dass wirtschaftliche Erwägungen immer größeren Einfluss auf die  Behandlungsempfehlung nehmen.  An dieser Stelle könnte ich jetzt seitenweise die  negativen Auswirkungen der Weichenstellung unseres „Gesundheitssystems“ nennen, das diesen Namen schon lange nicht mehr verdient.  Statt dessen verweise ich  auf den kürzlich gegründeten Verein Krankenhaus statt Fabrik , ein Bündnis von Ärzten und Fachpersonal, das der Kommerzialisierung entgegentritt.

Warum lassen sich Pflegekräfte und Ärzte vor fast jeden Karren spannen?

Als zahlenmäßig stärkste Gruppe hätten es die Pflegenden in der Hand, Bedingungen zu stellen. In Zeiten, in denen überall Pflegepersonal gesucht wird,  wäre jeder Leistungsanbieter gezwungen, begründete Forderungen zu erfüllen. Nicht alleine bezogen auf das Gehalt, sondern auch auf die Arbeitsbedingungen.  Wenn das nicht geschieht, so weil sich Pflegekräfte, in der ihnen anerzogenen Unterwürfigkeit, unter Wert verkaufen.  Sie sind sich ihres Wertes für die Kranken und die Einrichtungen nicht bewusst. Sie sind es nicht gewohnt, selbstdenkend und eigenständig aufzutreten.  Vielmehr wurden/werden  sie während der Ausbildung bereits zur Anpassung an die Gegebenheiten erzogen.  Nur ganz wenige, in deren Natur es liegt Anordnungen zu hinterfragen, bilden da eine Ausnahme.  Allerhöchstens 5 Prozent der Pflegekräfte,  fallen diesbezüglich aus dem Rahmen.  Weil  kritische Kollegen von den angepassten häufig gemoppt werden,  hält es diese selten lange an einem Arbeitsplatz.  Bei den Ärzten und anderem Fachpersonal ist es nicht viel anders. Die Weichen werden bereits im Studium gestellt. Der Weg bis zum Facharzt ist klar vorgezeichnet, von denen die diese Anpassungstour bereits hinter sich haben und jetzt als Oberarzt  oder Chefarzt, ihrem Nachwuchs erklären wo es lag geht.

Dazu passend folgender Bericht einer Ärztin und Psychotherapeutin, auf https://t.me/pflegeinder_c_krise :

„…Ich arbeite als niedergelassene Ärztin und Psychotherapeutin – und habe schon im Studium gemerkt, dass hier etwas nicht stimmt, aber ich war der einzige „Fisch, der gegen den Strom schwamm“. Das Studium ist der Horror und es wird einem sehr schwer gemacht…Auswendiglernen von totem Wissen, Hirn abschalten und Fakten abspulen…und das viele viele Jahre! So sind wir Ärzte dahin gezüchtet worden, nichts mehr zu hinterfragen und nicht mehr selbstständig zu denken. Ich habe keine einzige Heilpflanze kennengelernt, dafür nur chemische Formeln und pharmazeutische Arzneimittel! Da uns das Studium so schwer gemacht wurde und so viele Jahre geht, denkt jeder Arzt, das sei nun das Wissen schlechthin! Ein Umdenken würde das ganze Kartenhaus, auf dem Ärzte ihre Identität aufbauen, zum Einstürzen bringen.“

Zu natürlichen Heilmitteln und Heilmethoden finden nur wenige Ärzte  Zugang. Ohne Medizintechnik und ohne Pharmaprodukte aus der Apotheke,  ist der moderne Arzt vollkommen aufgeschmissen.

Bezogen auf die  Umsetzung der Corona-Hygieneverordnungen,  beobachten wir derzeit eine besonders ungesunde Form der unkritischen Befolgung von Anordnungen.  Nicht nur  Patienten leiden extrem unter Besuchsverboten, Masken und anderem, auch  Pflegekräften und Ärzten  macht das Arbeiten unter Corona-Bedingungen zu schaffen.  Viele  klagen über Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Hautprobleme, Müdigkeit u.a.  Krankmeldungen, Kündigungen bis hin zum kompletten Ausstieg aus dem Beruf sind eine häufige Folge.  Laut einer Umfrage hätten im Jahr der Pandemie rund 9000 Fachkräfte der Pflege den Rücken gekehrt.  Und dies bei dem vor Corona bereits bestehenden Personalmangel.

Auf diversen Internetseiten schreiben einige, weshalb sie den „Wahnsinn“  nicht mehr ausgehalten haben:

Krankenschwester, 37 Jahren Berufserfahrung, auf einer Station  Orthopädie/Unfallchirurgie:  „……Es wird vom Pflegepersonal sehr viel verlangt. Meist unterbesetzt versucht man dem alten Ideal gerecht zu werden. Nachdem 3 Schwestern die Station gewechselt haben, wurde von der Pflegedienstleitung kein Personal wieder eingestellt, da der Personalschlüssel es angeblich nicht hergibt. Mit anderen Worten, auch ohne Corona schon die Schmerzgrenze erreicht. Dann der Coronawahnsinn.

Zu Beginn war ich noch vorsichtig… Pandemie. evtl. viele Tote usw. Nur alles blieb aus.

So gab es nur einmal auf meiner Station eine Patientin (über 90 Jahre) die wieder ins Heim zurück verlegt werden sollte. Schnelltest-positiv. Ohne Symptome! PCR sofort im Anschluss-negativ.  Dennoch: Schwestern, Ärzte, Physiotherapeuten (insgesamt 20 Leute)- alle wurden getestet, alle negativ. Trotzdem vorsichtshalber alle in Quarantäne. Auf Station war das Chaos für die paar Schwestern, die die  Quarantäne Zeit sichern mussten. Mit qualifizierter Arbeit hatte das nichts mehr zu tun. Diesen Irrsinn muss man nicht verstehen. Keine Logik, nur Schikane. Ansonsten gab es keine Corona Pat. Wo ist die Pandemie? Ich habe das mal anders gelernt!

Ich könnte noch so viel schreiben…  die Angehörigen die nicht zu Besuch kommen können,  aber wegen Datenschutz auch keine Auskunft bekommen dürfen… diese Hilflosigkeit auf beiden Seiten.“

Hinter Erfahrungen dieser Art steht vor allem das Gefühl der eigenen Ohnmacht, verbunden mit der Furcht vor Unannehmlichkeiten. Selbst  erfahrene und im besten Sinne engagierte Krankenschwestern, wie die oben zitierte, die die Gefährlichkeit und  Unmenschlichkeit bestimmter  Corona-Verordnungen erkennen, unternehmen nichts dagegen.  Sie halten den Mund und machen mit.  Schließlich wissen sie,  wie die Organisation, die „Krankenhausgesellschaft“ mit Kritikern umgeht.  Wer das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dem bleibt kaum eine andere Wahl, als zu kündigen.

Jedoch auch in anderen Bereichen sind kritische Fachkräfte eher  unliebsame Ausnahmeerscheinungen, wie diese Krankenschwester auf https://t.me/pflegeinder_c_krise berichtet:

Ich arbeite selbst auch in der Pflege. Viele Jahre in einer großen Klinik, in der Intensivpflege. Ich habe meine Arbeit geliebt und war immer gerne Krankenschwester, mit Hingabe für meine Patienten da. Seit ca. 2004 war ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten. Personal wurde radikal reduziert, Prozesse und Abläufe zum Nachteil des Personals und der Patientenversorgung verändert. Es wurde mit der Zeit unerträglich, für beide Seiten. Pflegepersonal im Dauerstress, Patienten konnten nicht mehr menschlich versorgt werden. Da ich diese Arbeitsweise nicht mehr mittragen konnte habe ich die Klinik verlassen. Mir fiel außerdem damals schon auf, daß sich der Ton dem Personal gegenüber veränderte. Man hatte quasi zu gehorchen, Kritik wurde ignoriert oder einem so ausgelegt, als wäre man selbst der Grund, als wäre man nicht belastbar.

Momentan arbeite ich in einem ambulanten Intensivpflegedienst (betreutes Wohnen) und ich bin einfach nur traurig. Kaum einer meiner Kollegen zweifelt an dem was gerade passiert. Die Patienten sind zum Großteil geimpft, das Personal ebenso. Kritik oder Zweifel sind nicht erwünscht, bzw. wird auch indirekt untersagt.

Als das Impfteam zum Impfen der Patienten ins Haus kam, das war irgendwie wirklich gruselig. Die Patienten wurden zum Teil WORTLOS!!!! geimpft.  Sie können und konnten nicht für sich entscheiden, weil ihr Bewusstseinszustand das nicht zulässt. Andere haben für sie entschieden. Mir kamen auch wirklich die Tränen 😢.

Für mich ist es kaum aus zu halten, mich darüber mit den Kollegen nicht austauschen zu können und dürfen. Man sieht und begreift das Verbrechen aber man ist mit dieser Wahrheit so gut wie alleine…….. daher bin ich dankbar für diesen Austausch hier!

Pflegende in der Opferrolle

Schuld an den   häufig beklagten Missständen sind andere.  Der einzelnen Pflegekraft  fehlt es meist an Mut sich für die Belange der Patienten stark zu machen und berechtigte Forderungen zu stellen.  Statt dessen wird  gejammert, weil zu wenig Zeit bleibt für  Gespräche und die dringend benötigte Zuwendung.  Offen und konstruktiv Kritik zu üben, hat Pflege nie gelernt.  Vielmehr reagieren die meisten in der Art: „Nach oben buckeln und nach unten treten.“  Druck und Unzufriedenheit werden häufig an die weitergegeben, die sich nicht wehren können.  Stichwort: Gewalt in der Pflege.  Aus Opfern werden nicht selten Täter.   Hinzu kommt, dass ein Großteil der Pflegekräfte für diesen Beruf menschlich ungeeignet ist.  „Wenn ich mir die Leute in meinem Kurs anschaue und überlege von wem ich mich anfassen und pflegen lassen würde,  dann sind das vielleicht 5 von 20.“,  erklärte mir eine schon etwas ältere Auszubildende. Tatsächlich hat Pflege nicht zuletzt deshalb ein Imageproblem, weil es bei der Bewerberauswahl vor allem darum geht, die Kurse voll zu bekommen und jeden irgendwie durch die Prüfung zu bringen.    Insgesamt erleben wir  in allen Bereichen eine zunehmende Funktionalisierung und Entmenschlichung.  Niemand fühlt sich für das Wohlergehen des Patienten/Bewohners als Person zuständig.  Jeder erfüllt bestimmte Funktionen und hat zu funktionieren.

Wie wenig die Außenwahrnehmung mit der Realität in der Pflege zu tun hat, verdeutlicht die Kampagne „Ehrenpflegas“ , mit der die Bundesfamilienministerin junge Menschen für den Pflegeberuf begeistern wollte.  Resultat: Voll daneben!!!

Pflegende in der Heldenrolle   

Corona bescherte der Pflege, allen voran der Intensivpflege, eine bisher nicht erlebte Aufmerksamkeit. Als Helden der Nation wurden Pflegekräfte beklatscht, dafür, dass sie sich trotz Ansteckungsgefahr um die Alten und Kranken kümmern und Leben retten,  während die nächsten Angehörigen zu Hause bleiben müssen.

Einigen scheint der unerwartete Heldenstatus in den Kopf gestiegen, sie wollen mehr. Nur Klatschen das reicht nicht!  Und mit einer einmaligen Bonuszahlung, kommt der Gesundheitsminister nicht davon, so die Haltung der Wortführer   unter den Pflegehelden.   Große Aufmerksamkeit erreichte die im Februar eingereichte Petition: Mensch vor Profit!  Für eine Pflege in Würde.   Mehr als 325.000 Unterschriften kamen hier in kurzer Zeit zusammen.   Die einzige Forderung, die eine gewisse Aussicht auf Erfolg hat, ist die nach einer besseren Bezahlung.  Da jedoch „Geld keine Patienten pflegt“, wie es in einer anderen Kampagne heißt, verbessert sich die Lage der Patienten hierdurch nicht.

„Pflege braucht Würde!“, so das Motto der Pflege-Aktion mit dem  STERN.    Das klingt nach einer Forderung von Pflegekräften, die sich ihrer Würde nicht bewusst sind oder die sich unwürdig behandelt fühlen.   Laut Grundgesetz besitzt jeder Mensch Würde.  Würde ist keine Eigenschaft oder Anerkennung, die man erwerben kann, sondern eine Wertschätzung der Person, als Individuum.   Von einer menschenwürdigen Pflege  kann dann gesprochen werden, wenn der Pflegebedürftige als Person wahrgenommen und   gepflegt wird.

Pflegende sind leider selten Helden.  Überwiegend sind sie eher unsicher und vermeiden es Verantwortung zu übernehmen.  Gerade in der Corona-Zeit haben sehr viele eine beschämende Haltung an den Tag gelegt. Anstatt sich heldenhaft (gegen den Strom schwimmend), dafür einzusetzen, dass Patienten/Bewohner nicht isoliert werden, sondern die notwendige individuelle Begleitung ggf. durch Angehörige erhalten, spielen sich viele wie Gefängniswärter*innen auf.   Nicht nur aus Pflegeheimen, sondern auch aus Krankenhäusern und Kliniken erfahren wir von Haltungen des Fachpersonals, gegen das man strafrechtlich vorgehen müsste.   Willkühr, Gewalt, Machtmissbrauch in allen Schattierungen.  Viele nutzen die Corona-Lage schamlos aus.  Wir werden nie erfahren, wie viele Patienten/Bewohner an fehlender und gefährlicher Pflege gestorben sind.

Pflegefachleute brauchen Rückgrat! Sie brauchen Zivilkurrage, auch gegenüber Kollegen, die sich im Umgang mit Schutzbefohlenen daneben benehmen. In den Pflegeberufen gibt es zu viele Maulheld*innen, zu viele Duckmäuser*innen und neuerdings jede Menge Denunziant*innen, die denen das Leben schwer machen,  die ihre Menschlichkeit nicht aufgeben, um  sinnlose Corona-Verordnungen zu erfüllen.   A.v.Stösser – 12.05.2021

Heuchelei und Lobhudelei helfen niemandem.

Es mag ein ungünstiger Zeitpunkt sein, Kritik an den Pflegekräften zu üben, wo diese doch gerade als Helden der Nation gefeiert werden.  Mir ist klar, dass ich mit diesem Beitrag auch einige böse Rückmeldungen einfange.  Aber da weder unser Verein noch ich als Person, annähernd so bekannt sind, wie die Schauspieler, die kürzlich mit ihrer Kritik an den Corona-Maßnahmen eine  Empörungswelle auslösten, dürfe die Entrüstung überschaubar bleiben.

Diesen Schauspielern wurde nicht zuletzt vorgeworfen, die heldenmutigen Pflegekräfte verhöhnt zu haben.  Die meisten hat daraufhin der Mut verlassen.  Sie sahen sich moralisch verpflichtet, klarzustellen, dass sie auf keinen Fall die Pflegekräfte treffen wollten, deren Leistung nicht hoch genug geschätzt werden könne.  An dieser Stelle wurde mir die fatale Wirkung des Heiligenscheins bewusst, der der Pflege verpasst wurde, um von den Unheiligkeiten der politischen Agenda hinter den Willkürmaßnahmen  abzulenken.

Es ging der Politik nie um die Pflege.  Vor Corona nicht und auch jetzt nicht. Jeder Insider, der über den eigenen Tellerrand hinwegschaut, weiß das. An vollmundigen Versprechungen hat es nie gemangelt. An blindem Aktionismus auch nicht. Alleine Jens Spahn brachte  in 100 Tagen Amtszeit als Gesundheitsminister mehr Gesetze durch, als seine Vorgänger in den 20 Jahren zuvor.

Eingeengte Wahrnehmung oder gezielte Täuschung ?

Was die Pflegekräfte auf den  Intensivstationen derzeit leisten, sei mit Geld kaum zu bezahlen.  Dort spielt sich Corona hauptsächlich ab, dort geht es um Leben und Tod.  Jeder dritte C-Patient könne nicht gerettet werden.   Wie viele Patienten in den anderen Bereichen sterben, weil ihre Behandlung wegen der Priorisierung auf Corona verschoben wurde, wird nicht erwähnt.  Wie viele aus Angst und einsam starben, interessiert ebensowenig wie die vielen anderen negativen Auswirkungen der Corona-Verordnungen auf die Gesundheit und das Arbeitsklima in den Einrichtungen.  Dazu ein weiterer Insiderbeitrag:

…Und das machen wirklich alle mit, es ist eine handvoll Klinikpersonal, die kritisch hinterfragt, ob das denn alles so korrekt ist, ob das denn alles so sinnvoll ist und hilfreich und der Gesunderhaltung der Menschen dient. Am schlimmsten sind die Mitarbeiter der Intensivstation. Meine Vermutung ist, dass sie nun endlich einmal wahrgenommen werden, wenn sie ordentlich Hysterie und Panik schüren.

Interessant wäre auch noch anzumerken, dass unsere Notaufnahme so leer ist, wie ausgestorben, dass Spinnweben von der Decke hängen. Auf den Stationen ist gähnende Leere, die Kinderklinik ist wie ausgestorben. Intensivstation, normaler Betrieb, so wie immer.

Welche Mutter/Vater gibt sein krankes Kind in eine Klinik, die Eltern den Zutritt verweigert?   Viele Krankenhausmitarbeiter beschreiben ähnliches.  Sie berichten vom Leerstand und verspäteten Behandlungen.  Verwundert schauen sie die Beiträge in den Nachrichten und die Kommentare zu den angeblich kurz vor dem Kollaps stehenden Intensivstationen.  Wer eins und zwei zusammen zählt,  kommt dabei zu dem Schluss, dass mit solchen Berichten Panik geschürt werden soll. Den Sendern geht es nicht darum, die Gefahrenlage in ein zutreffendes Verhältnis zu setzen.  Ihnen geht es darum den Eindruck der Bedrohlichkeit  zu untermauern.   Kliniken/Intensivstationen, die daran mitwirken wurden entsprechend ausgewählt.  Einzelne „Not-Ärzt*innnen“ und Intensivpflegekräfte  treten außerdem regelmäßig in  TV-Sendungen auf, wo sie herzergreifende Einzelfälle schildern und den Zuschauern ins Gewissen reden, sich impfen zu lassen und die Corona-Maßnahmen zu beachten.

Dass es auch Erfahrungen wie die unten einkopierte gibt, erfährt die breite Öffentlichkeit nicht:

…. Ich arbeite als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf einer so genannten Covid-Intensivstation, die seit Beginn dieses ganzen Wahnsinns keine Möglichkeit auslässt, sich öffentlich zur Show zu stellen. Mich erdrückt diese ganze Situation, die sich seit einem Jahr nun schon abspielt und die immer absurder zu werden scheint. Ich erlebe sehr viele Menschen, denen ich vor dem ganzen Irrsinn eine große Kompetenz zugeschrieben habe, als völlig erblindet und ferngesteuert.

Ich habe bereits mehrfach das Gespräch gesucht und festgestellt, dass selbst das bei vielen nicht möglich ist, weil ihre gesamten Denkprozesse nur noch aus irgendwelchen Inzidenzwerten und unseren instabilen Patienten besteht.#

……. Zu unserem Patientengut: ja wir haben viele schwerstkranke in dem letzten Jahr betreut und ja, viele Menschen mussten ihr Leben lassen. Durchschnittlich sind unsere „Covid Patienten“ 60 Jahre alt und nicht unerheblich übergewichtig. In den meisten Fällen gab es eine Latte von Vorerkrankungen.

……. Dass wir auf einer infektologischen Intensivstation viele Menschenleben zu beklagen haben, gehört nach meiner Ansicht zu diesem Beruf dazu. Dass diese allerdings kein würdevolles Sterben mehr ermöglicht bekommen, seh ich als absolute Menschenverachtung. Und dabei vergisst man andere Menschen, die vielleicht heute noch leben würden, hätte man ihnen eine Behandlung ermöglicht und sie nicht weg geschickt, weil für Corona Betten frei gehalten werden müssen.

Der 12. Mai, Geburtstag von Florence Nightingale, ist der internationale Tag der Pflegenden.  2021 steht dieser Tag unter dem Motto:  A Voice to Lead – A vision for future healthcare.  Sinngemäß:  Wir Pflegenden erheben unsere Stimme, wollen führend sein, mit unserer Vision für das Gesundheitswesen der Zukunft.

Wie sieht jedoch diese Vision aus?

Wie genau stellen Pflegende sich ihre Rolle in der Zukunft vor?

Wie können Pflegende verhindern, ausgenutzt zu werden?

Das sind Fragen auf die es Antworten zu finden gilt, damit berufliche Pflege ihr verlorenes Selbstverständnis zurückgewinnen oder ein besseres aufbauen kann.

Adelheid von Stösser
Krankenschwester der alte Schule, Lehrerin für Pflegeberufe im Wandel, Entwicklerin von Qualitätsstandards, mit dem Ziel: Erneuerung der Pflege durch Veränderung der Standards. Gründerin und Vorsitzende der Pflegeethik Initiative Deutschland e.V.


Zur Datenlage bezüglich Intensivpflege empfehle ich diesen Recherchebeitrag eines Informatikers : Wie ist die Lage auf Intensivstation tatsächlich?

Zum Titel-Foto und zur 7 .stündigen Pflegesendung am 31.März/1. April 2021, von Joko & Klaas auf Pro Sieben  Mein Kommentar:  Endlich erhalten Pflegende und ihre Arbeit die Aufmerksamkeit und Achtung, auf die sie lange gewartet haben.  Beiträge zur Pflege zeichnen sich ansonsten eher durch kurze Abrisse und späte Sendezeiten aus. Insofern begrüße ich die Entscheidung des Senders zu diesem Ausnahmeformat.  Insgesamt bediente die Sendung jedoch vor allem das Klischee bedauerenswerter Pflegekräfte, die vollkommen unschuldig sind, an der beklagten Lage.  Und nicht zuletzt ging es darum, die Notwendigkeit von weiteren Kontaktbeschränkungen herauszustellen, im Sinne von: Damit die Pflege nicht noch mehr belastet wird, müssen weiterhin alle zu Hause bleiben.

1 Kommentar

  1. Eine gute Fleisarbeit,in der die Erscheinungen aufgezeigt werden. Pflegekräfte fühlen sich bestätigt. Änderungen können und werden nur erfolgen, wenn die Bürger nicht mehr wegsehen können. Im Verdrängen und Fordern sind wir gut. Veränderungen einzufordern verpufft, nein wir alle müssen uns einbringen und bewegen. Freiwillig werden Krankenhausträger, Pflegeeinrichtungsträger nicht auf die Optimierung der Erlöse versichten. Das Gesundheitswesen, einschließlich der Pflege muss als Daseinsvorsorge der Gesellschaft begriffen und mit Steuermittel finanziert werden. Ein wirtschaftliches Handeln, optimierter Einsatz der Geldmittel ist notwendig. Gewinne mit der Gesundheit zu erwirtschaften, zur Mehrung der Investition, ohne Substanzerhaltung ist gemeinschaftsschädlich. Bringen wir uns jetzt für eine menschliche Gesellschaft ein. Verteidigen wir unsere Grundrechte aktiv.

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