Claus Fussek: Die Fakten sind bekannt

Claus Fussek, deutschlands prominentester Pflegekritiker, Mitglied des Pflege-SHV fordert Bürger und Politiker auf endlich zu handeln. Denn die Fakten sind bekannt.  Jeder der in  Altenheimen und Krankenhäusern oder Pflegehaushalten  ein- und ausgeht, sieht woran es mangelt.   Und jeder der sieht, wie  im Umgang mit unseren pflegebedürftigen, alten Menschen  elementare Grundrechte verletzt werden und dies stillschweigend hinnimmt, macht sich mitschuldig.

Nach “ Im Netz der Pflegemafia„, erschien im Juli 2013  „Es ist genug! Auch alte Menschen haben Rechte“  Ein weiteres Buch in dem Fussek, gemeinsam mit  dem Fernsehjournalisten Gottlob Schober, Klartext redet.

Der Pflege-SHV unterstützt die Aufforderung, damit aufzuhören – Ausflüchte und Ausreden für das eigene Wegsehen zu suchen.  Gemeinsam fordern wir:  Weg mit unsinigen Pflegenoten und anderen Augenwischerreien, hin zu einem ehrlichen Umgang mit der Realität.  Weg mit unsinnigen Standards und Formalien, hin zu individuellen  Lösungen,  die sich an den Grundrechten und Bedürfnissen der Betroffenen orientieren.

4 Kommentare zu Claus Fussek: Die Fakten sind bekannt

  1. Peter Weist // 24. Mai 2014 um 15:52 // Antworten

    Pflegepersonal ist ein merkwürdiges Konstrukt!
    Es kann nicht gemeinsam handeln. Geschweige denn etwas zu unternehmen. Es geht nur um Pöstchen Schacherei und um, „Gottes Willen“ nicht aufzufallen. Die Arbeitgeber sehen dies gern, denn so können sie die Pflegepersonen gegeneinander ausspielen. Egal ob Stations- oder fachübergreifend (Sie machen das gut, aber wenn ich andere Kollegen sehe… Das geht gar nicht). Gleichzeitig wird Fachpersonal abgebaut oder durch Leiharbeiter ersetzt! Oder die Arbeitsstelle wird wegrationalisiert.
    Schaffen wir uns eine Lobby!
    Dazu ist es unverzichtbar, nicht anonym zu bleiben. Es sind Pflegeexperten, Pflegeselbsthilfegruppen und Berufsverbände im Netz vorhanden. Es ist auch genügend Literatur zu bekommen, mittels derer sich der Leser orientieren kann. Als Beispiel nenne ich den Herrn Fussek. Er publiziert, in verständlicher Form, die pflegerelevanten Themen. Nur wer aktiv wird kann etwas verändern. Es macht in meinen Augen wenig Sinn, sich in irgendwelchen Pflegeforen zu beschweren und andererseits den Kopf in den Sand zu stecken.

    Über die Arbeitsbedingungen brauchen wir nicht diskutieren. Diese sind oftmals sehr schlecht. Jedenfalls hier in NRW. Es darf nicht sein, dass eine Fachkraft für mehrere Wohnbereiche zuständig ist. Wer reagiert im Notfall? Schnell ist die grobfahrlässige Pflege erreicht! Die Konsequenzen dürften jeder Pflegeperson klar sein. Aus diesem Grund ist mir unverständlich, warum sich niemand outet. Denn morgen kann es Ihnen passieren! Niemand hält eine schützende Hand über Dich!
    Ebenso eng sind die Zeitpläne in der ambulanten Pflege. Time is Money (für die Unternehmer). Es bleibt nicht viel Zeit für die Kunden. Geschweige denn für längere Gespräche, denn der folgende Kunde wartet bereits. So es denn aus einem arbeitstechnischem Grund zu einer Verzögerung kommt, ist der folgende Kunde sauer. Bei dem Versuch einer Erklärung, wird geblockt. Nach dem Motto: Andere interessieren mich nicht. Wenn bei mir so etwas geschieht, verlange ich natürlich dass sie hierbleiben.
    Nun suchen die Pflegenden einen neuen Schuldigen. Es bieten sich die Migranten an. Diese nutzen nur die Möglichkeiten, welche ihnen angeboten werden. So bietet die BA Pflegekurse für Migranten über Vierzig an und lässt sich feiern. Toll, die manuelle Pflege lässt sich fix lernen. Es gehört aber mehr dazu.

    Die Politik verspricht und verspricht und verspricht
    Ich habe den neuen Gesundheitsminister neulich in einer Podiumsrunde gesehen. Typisch Politiker: Mit sehr vielen Worten, nichts sagen. Bei konkreten Fragen, wurde auf die Länderebene verwiesen.
    Ich bin mir sicher dass viele von meinen Berufskollegen denken: Was soll dieser Schmarren? Bei uns ist alles OK. Morgen gehen diese Kollegen wieder mit Bauchschmerzen zum Dienst.
    Peter Weist

  2. Fritz Halmburger // 17. Oktober 2014 um 09:10 // Antworten

    Hallo,
    leider habe ich das Video von Claus Fussek nicht gesehen.
    Ich denke, dass es nicht um Überwachung der PflegemitarbeiterInnen geht. Da denken die „Kontrolleure“ in die falsche Richtung. Das könnte ein Nebeneffekt sein.
    Vorteile sehe ich darin, dass man per Video das „Problem“ sofort sehen kann und entsprechende Maßnahmen ergreifen kann. Es ist ein deutlicher Zeitgewinn. Davon völlig unabhängig ist doch die persönliche – menschliche Zuwendung, die ja zusätzlich erfolgt.
    Bei Viedeoüberwachung ist zu sehen, schläft der Bewohner/Bewohnerin unruhig oder gibt es „Besucher“ im Zimmer?
    Gehen wir davon aus, dass Angst ein großes Thema der alten und oft dementen Menschen im Heim ist, dann sollten wir diese Angst auch ernst nehmen. Deshalb bin auch ich eher für ein Kamera-überwachtes Heim.
    Natürlich bindet die Video-Überwachung eine Person vor dem Monitor, die dann natürlich auch nicht gleichzeitig zu einer Bewoherin/Bewohner gehen kann. Auch ist die praktische Umsetzung auch technisch sicher noch nicht zu Ende gedacht. So benötigt die Kamera ja auch viel Licht. Evt. müsste mit Nachtsichtgeräten gearbeitet werden?
    Werden Fach-Pflegekräfte zunehmend zu Video-Überwachern? Das benötigt auch vollste Konzentration, mehrere – ja viele – Monitore gleichzeitig zu überwachen.
    Gibt es bereits Erfahrungen aus anderen Überwachungssituationen?
    Wie lange kann das gemacht werden? Wieviel Pausen usw. werden benötigt?
    Es sind viele Fragen im Vorfeld zu klären. Nicht so wie oft in der Pflege mit einem Schnellschuss von Verordnungen, die sich nach genauem Hinsehen als nicht durchdacht heraus gestellt haben. So die noch nicht klaren Vorgaben: Wie viel Pflegekräfte werden nachts benötigt? Wie werden die Pausen geregelt? Geld sparen werden wir mit Video nicht. Es kann eine bessere „Sicht“ über eine Vielzahl von BewohnerInnen ermöglichen und spart viel „Lauferei“ im Treppenhaus um die Fragen zu beantworten: „Muss ich schon aufstehen?“
    Viele Fachkräfte werden diese „Arbeit“ ablehnen. Ist es eine pflegerelevante Tätigkeit? Meines Erachtens werden Fachkräfte benötigt – oder doch mehr Computer-Freaks? Oder „Nachtwächter“
    Fritz Halmburger
    Mal sehen was der MDK oder die Heimauflicht dazu sagen wird – oder der Betriebsrat.

  3. Fritz Halmburger // 17. Oktober 2014 um 09:23 // Antworten

    Durch zentrale Video-Überwachungen könnten bei kleineren Einrichtungen diese Aufgaben ausgelagert werden. Werden wir bald Videozentralen in Spanien haben, die zusätzlich zu den gesetzlichen Hürden nach die spachlichen Hürden zu bewältigen haben? Oder aus östlichen Ländern?
    Es gibt viele Möglichkeiten und ebenso viele Probleme auf diesem Weg …

  4. Video-Überwachungen könnten zu einer besseren Pflege beitragen. Denn wenn die Pfleger wissen, dass eine Kamera aufzeichnet, was sie tun oder besser was sie nicht tun, dann könnte so eine Kamera Ansporn sein, zumindest ein Minimum an pflegerischen Leistungen sicher zu stellen.
    Ich als Angehörige ieines Pflegeheimbewohners würde Überwachungskameras ( mind. 2 Kameras, damit auch alles drauf ist) für sehr gut und richtig halten.
    Es ist ja eigentlich traurig, dass man so etwas für gut heißen muss. Aber ich sehe es als eine kleine Chance für eine etwas bessere Versorgung an.
    Im übrigen wäre ich nur allzu gern bereit, mehr Geld für die Heimkosten zu zahlen, wenn dann mehr Personal vom Heim eingestellt werden würde.
    D. h. ich weiß, dass eine gute Versorgung Geld kostet und wäre nur allzu gern bereit, dafür auch deutlich mehr zu zahlen und wenn jeder Bewohner mtl. 500 Euro mehr zahlen würde, so könnte jedes Heim dafür sicher auch bessere Leistungen anbieten.
    Nur zweifele ich daran, dass dies vom Gesetzgeber, der die Vorgaben für den Personalschlüssel erstellt, gewolllt ist. Denn wenn die Heimkosten um 500 Euro pro Bewohner steigen würden, würden alle „Sozialhilfe-Fälle“, für die der Gesetzgeber aufkommen muss, auch teurer werden. Also versucht der Gesetzgeber das zu verhindern zu Lasten einer menschenwürdigen Versorgung.

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